Ab 23 Uhr empfangen Volker Weidemann, Maxim Biller und Christine Westermann bei der zweiten Literatur-Runde im ZDF die Autorin und Zeit-Kritikerin Ursula März.
Das Literarische Quartett startet heute zum zweiten Mal zum Bücher-Showdown. Gastgeber Volker Weidemann hat mit seinen Sekundanten Maxim Biller und Christine Weidemann heute Ursula März zu Gast. März ist Literaturkritikerin der Zeit und selbst Autorin.
Diesmal gibt´s Krach auf hohem Niveau rund um den ersten Terror-Roman der Welt, einer neuen, aber wohl nicht ganz unnötigen Biografie der Familie Mann, einem erotischen Liebesroman der Israelin Zeruya Shalev und dem Krebsdrama "Alles zählt" von Verena Lueken.
Boris Sawinkow: "Das fahle Pferd"
Alexander Nitzbergs Neuübersetzung nimmt den Leser mit in die Gedankenwelt eines Terroristen. Das Werk wurde bereits 1908 von dem Russen Boris Sawinkow verfasst, und der wusste, wovon er schrieb. Damals hatte Sawinkow bereits zahlreiche Attentate auf das zaristische Regime in Russland begangen, wurde in Odessa zum Tode verurteilt und floh schließlich nach Paris, wo er "Das fahle Pferd" verfasste.
Später wurde griff er nach deren Machtübernahme auch die Bolschewiken an und wurde dafür 1925 ermordet.
"Das fahle Pferd" ist ein autobiografischer Roman über eine internationale Terrorgruppe, die sich in Moskau trifft und den Generalgouverneur umbringen will. Der bekommt davon aber Wind und will nach St. Petersburg ziehen.
Der Held ist der Kopf dieses Kommandos. Drei Männern sollen den Gouverneur ausspionieren, die Bombe wird von einer Frau gebaut.
Doch die sich in der Gruppe breit machende Stimmung führt den Plan ins Chaos. Während einige mit ihrem Leben ohnehin bereits abgeschlossen haben, verliebt sich die Bombenbauerin in den Chefterroristen.
Man darf gespannt sein, wem das im Literarischen Quartett am wenigsten zusagt.
Tilmann Lahme: "Die Manns – Geschichte einer Familie"
Ob man nun noch eine Biografie der Familie Mann braucht, wird angesichts des Werks von Tilmann Lahme von der Kritik mehrheitlich bejaht. Lahme hat dazu bislang nicht zugängliche Quellen über die legendäre Schriftsteller-Familie aufgetan und verspricht eine neuer Perspektive auf die Manns.
Zeruya Shalev: "Schmerz"
Die israelische Bestseller-Autorin Zeruya Shalev erzählt von Iris, die durch den Anschlag eines Selbstmordattentäters schwer verletzt wurde. Noch schwerer wiegen jedoch Iris´ innere Verletzungen, als sie von ihrem damaligen Geliebten Eitan verlassen wird. Jahre später hat sich ihr Leben scheinbar normalisiert. Sie wird von ihrem Mann geliebt, die Kinder sind bald aus dem Haus.
Doch plötzlich taucht Eitan wieder auf. Trotz des Schmerzes, den er ihr zugefügt hat, fühlt sich Iris zu ihm hingezogen. Bald kommen die ersten Lügen, und Iris ´ Ehe scheint wie ein Gefängnis.
Thematisch bewegt sich "Schmerz" damit im Rahmen des Weltbestsellers "Liebesleben" mit einer fatalen Beziehung und reichlich erotischer Spannung.
Verena Lueken: "Alles zählt"
Verena Lueken war lange Jahre bei der FAZ Kulturkorrespondentin in New York. Ihre "Gebrauchsanweisung New York" ist ein Bestseller, und der neue Roman "Alles zählt" hat für Aufmerksamkeit gesorgt.
Lustigerweise kündigt das ZDF die Diskussion rund um das Buch unter dem Titel "Alles erzählt" an - und das bei den kurz vor dem Durchbruch stehenden Nachwuchs-Großkritikern in der Sendung.
Lueken erzählt von einer Frau in New York, der nach zwei vermeintlich erfolgreichen Therapien erneut Lungenkrebs diagnostiziert werden.
Trotz der Qualen einer neuen Therapie lässt sie die Gedanken in die Vergangenheit schweifen und nimmt den Leser mit auf eine Reise in den eigenen Aufbruch und in die Freiheit der Kunst und der Fremde.
Sendetermin: Freitag, der 6. November 2015, 23:00 Uhr im ZDF
Link zur Mediathek: Klicken Sie hier!
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