Kulturelles Balkonmusik: Zeichen der Lebensfreude

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Deutschlands Kulturleben im öffentlichen Raum ist zum Erliegen gekommen. Theater, Museen und Kinos sind geschlossen, Konzerte wurden abgesagt. Doch jetzt planen Musiker ein Event, das das ganze Land zum Klingen bringen soll.

Am Sonntag, den 22. März 2020, um Punkt 18.00 Uhr spielen Musikant*innen deutschlandweit aus den Fenstern. Der Aufruf zum gemeinsamen Musizieren verbreitete sich rasend schnell über die Sozialen Netzwerke, insbesondere WhatsApp. Konzertmusiker*innen schickten die Nachricht an Ihre Kollegen*innen, Musikschullehrer*innen an ihre Schüler*innen weiter. So entstand binnen kürzester Zeit eine Musik-Gemeinschaft ungeahnter Größer, die Sonntag ihr erster Konzert geben wird. Ihr Publikum: Ganz Deutschland.

"Ode an die Freude"

Gespielt und gesungen werden soll "An die Freude" von Ludwig van Beethoven in D-Dur. Diese Musikstück stammt aus dem vierten Satz der 9. Sinfonie des berühmten Komponisten. Dort wird der Melodie des Hauptthemas der Text "Freude, schöner Götterfunken (..) zugefügt - was diesem musikalischen Satz den Namen "Ode an die Freude" einbrachte. Der dem Stück zugrunde liegende Text ist eines der berühmtesten Gedichte Friedrich Schillers. Es entstand im Sommer 1785 und beschreibt das Ideal einer Gesellschaft gleichberechtigter Menschen, die vor allem durch Freude und Freundschaft geeint sind.

Mit der Aktion folgen die Musiker*innen ihren italienischen Kolleginnen und Kollegen, die mit sogenannten Balkon-Konzerten gegen die Isolation und Ansteckungsangst anspielen wollen. Mit der "Ode an die Freude" wird nun auch deutschlandweit darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig es ist, gerade in schwierigen Zeiten an Gleichberechtigung, Freude und Freundschaft zu erinnern. Dafür haben junge und erwachsene Musiker Absprachen getroffen, sich Noten und Texte zugeschickt und mit viel Eifer unter komplizierten Bedingungen geprobt. Also: Fenster auf und mit-musizieren oder zuhören!



Am Sonntag bringen Musiker*innen deutschlandweit das Land zum klingen. Foto: Claudia Gerlach



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